Multimediale Unterrichtsreflexion und moderne Textsorten

Wie kann die Analyse videografierter Berufspraxis in ihrem Nutzen für die Professionalisierung durch die Produktion multimedialer Textsorten im Sinne einer Reflexion ihrer Inhalte und Darstellungsweisen erweitert werden? Welche neuen Varianten bieten etwa Virtual und Augmented Reality als komponierte Lehr-/Lerngelegenheiten schon heute? Der Einsatz neuer Medien in der Hochschulbildung wird technologisch wie mediendidaktisch fächerübergreifend diskutiert und forschend mit der Produktion von Lehrmaterialien weiterentwickelt. 

Neue Medien erlauben ästhetische Zugänge zu Fragen des Lernens und der Entwicklung, welche bis vor wenigen Jahren noch undenkbar waren. Vor diesem Hintergrund wird im Rahmen des Projektes die Reflexion videografierter Berufspraxis ausgehend von traditionellen Ansätzen der beobachtenden Analyse von Unterrichtssequenzen «von aussen» diskursiv erweitert: die Produktion multimedialer Textsorten wird als Reflexion gedacht. Gemeinsam werden Forschungs- und Entwicklungsfragen erkundet: Inwiefern bergen unterrichtsnahe Szenarien, welche Studentinnen oder Studenten in Rollenspielen videografisch aufarbeiten, besondere Potentiale des Kompetenzerwerbs? Wie kann die Komposition multimedialer Textsorten mit Blick auf eine praxisnahe Fragestellung nachhaltig die Professionalisierung angehender Lehrpersonen fördern? Welche neuen Varianten bieten Virtual und Augmented Reality schon heute? Und bieten sich videografische/multimediale Formate vielleicht besonders für die portfoliobasierte Selbstreflexion und Coachings an? Weitere Fragen können im Verlauf entwickelt und optional, etwa im Rahmen eigener Module, erforscht werden. Der Einsatz neuer Medien in der Hochschulbildung wird technologisch wie mediendidaktisch in fächerübergreifender Verstrebung diskutiert, ergänzende Inputs von Fachpersonen werden angeboten.

Fragestellungen

Wie kann das Forschungsfeld der videografierten Berufspraxis und -reflexion unter Miteinbezug der Potentiale neuer Medien erweitert werden? Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse bestehen dazu bereits? Welche neuartigen videografischen/multimedialen Formate der Unterrichtsreflexion können entwickelt und basierend auf dem gemeinsamen Austausch im Laufe des Projektes ko-konstruktiv optimiert werden?

Methoden

Pragmatischer Methodenbegriff, Ko-Konstruktion neuen Wissens auf der Basis bereits vorliegender Erkenntnisse (Erfahrungswissen, wissenschaftsgestütztes Wissen)

Das Austauschgefäss und die Personen dahinter

Wer Wir sind eine kleine aber feine Gruppe kreativer Köpfe, von Dozentinnen im Bereich Technik und Design bis hin zum Theoretischen Informatiker. Viele von uns bringen schulpraktisches Anwendungswissen als Lehrerin oder Lehrer mit. Und wir alle können uns vorstellen, digitale Medien noch differenzierter zu nutzen, um in unseren unterschiedlichsten Feldern gesteckte Ziele zu erreichen.

Was – Ihr müsst für unsere Treffen nichts vorbereiten. Von uns im Organisationsteam moderiert werden wir in einen Austausch treten und uns aufgefächerten Problemstellungen widmen, gemeinsam reflektieren und Lösungsansätze skizzieren. Dabei soll das Gefäss im weiteren Verlauf und im Rahmen von Folgetreffen euch selber nützlich sein: Eure Ideen und Fragen, auch eigene Projektanliegen im erweiterten Kontext der Videografie und Multimedianutzung, können eingebracht werden, die dann von uns allen diskutiert und im Rahmen der Treffen abgearbeitet werden. Das übergeordnete Ziel ist, uns gegenseitig innerhalb der Gruppe zu inspirieren, die individuellen Projekte unserer Peers zu unterstützen und neuartige, experimentelle Anwendungen anzuregen, um in einer späteren Phase Metaerkenntnisse unseres Vorgehens abzuleiten und breiter zugänglich zu machen.

Wann Die erste Session fand am Dienstag, 12. April 2022 statt. 

Inhalt der ersten Session vom 12. April 2022 Einem kurzer Überblick zeigte, wie das Gefäss TP2-P11 in Zukunft für die eigenen Arbeiten, Ideen- und Projektentwicklungen im Bereich der multimedialen Unterrichtsreflexion genutzt werden kann. Verena und Doris stellten uns ihre Arbeit im Rahmen des Projektes VidNut (Videovignetten in Naturwissenschaft, Technik und Textil) vor und formulierten die Fragen und Probleme, die sich aktuell stellen. Wir tauschten uns in der Folge in Kleingruppen aus und halfen, konkrete Lösungen zu entwickeln.

Aktuelle Erkenntnisse wurden diskutiert, die sich bei Praktikabesuchen sammelten: moderne Ansätze im Kontext der Videografie und einhergehend der Unterrichtsreflexion, welche die Aus- und/oder Weiterbildung, die Forschung aber auch die Produktion (Entwicklung) von Lernvideos generell betreffen.

Allgemeine Informationen zum Einsatz der Videografie in der Ausbildung von Lehrpersonen als bisheriges Modell finden sich auf der Weibsite der PH Luzern.

Allgemeine Informationen zum Einsatz der Videografie in der Ausbildung von Lehrpersonen als bisheriges Modell finden sich auf der PH Luzern-Webseite.

Allgemeine Informationen

ZielgruppeDozentinnen und Dozenten sowie wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PH Luzern und der Hochschule Luzern.
StartJanuar 2022
TreffenDas erste Treffen fand am 12. April 2022 statt.
Anmeldungab sofort möglich
Marco Seeli

Literatur

Adamina, M., Kübler, M., Kalcsics, K, Bietenhard, S. & Engeli, E. (Hrsg.) (2018). „Wie ich mir das denke und vorstelle...“ Vorstellungen von Schülerinnen und Schülern zu Lerngegenständen des Sachunterrichts und des Fachbereichs Natur, Mensch, Gesellschaft. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt.

Biaggi, S., Krammer, K. & Hugener, I. (2013). Vorgehen zur Förderung der Analysekompetenz     in der Lehrerbildung mit Hilfe von Unterrichtsvideos - Erfahrungen aus dem ersten Studienjahr. In Bundesarbeitskreis der Seminar- und Fachleiter/innen (Hrsg.), Seminar - Lehrerbildung und Schule. Videografie in der Lehrerbildung (Bd. 2). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren GmbH.

D-EDK (2016). Gestalten. In Bildungs- und Kulturdepartement des Kantons Luzern (Hrsg.), Lehrplan 21. Gesamtausgabe Kanton Luzern. Am 03.05.2019: https://lu.lehrplan.ch.

Köller, I. (Hrsg.) (1999). Textilunterricht und Textile Sachkultur. Ergebnisse aus der Textildidaktischen Erfahrungs- und Forschungswerkstatt. Oldenburg: Universität Oldenburg.

Luthiger, H., Wilhelm, M., Wespi, C. & Wildhirt, S. (2018). Kompetenzförderung mit Aufgabensets. Theorie - Konzept - Praxis. Bern: hep.

Reinfried, S., Mathis, C. & Kattmann, U. (2009). Das Modell der Didaktischen Rekonstruktion - eine innovative Methode zur fachdidaktischen Erforschung und Entwicklung von Unterricht. In Beiträge zur Lehrerbildung (Bd. 3, S. 404–414). Schweizerische Gesellschaft für Lehrerinnen und Lehrerbildung (SGL).